Reisetagebuch: Porto Tag 1

Noch halb trunken schleppte ich mich in die 1. Stunde: Geschichte. Eigentlich mein Lieblingsfach, aber so richtig konzentrieren konnte ich mich nicht. Viel zu aufgeregt war ich vor dem Bevorstehenden.  Nach der Schule würde ich nämlich direkt in den Zug springen und auf dem Weg nach Berlin zum Flughafen sein um dann nach Porto zu fliegen, meine Cousine treffen. Ich malte mir schon aus, was wir alles machen werden, als mich aufgeregtes Gerede aus meinen Gedanken riss. Es schneite und das nicht gerade wenig. Von 35 cm Neuschnee war die Rede. Und dabei ist die Bahn schon bei Sonnenschein nicht pünktlich… Ich glaubte trotzdem an das Gute in der Bahn, doch sollte ich bitter enttäuscht werden. Halbe Stunde Verspätung stand auf meiner App. Na wunderschön, ist ja nicht so, dass ich eh schon viel zu spät am Flughafen ankomme. Ryanair schrieb mir nämlich ich solle 2 ½ Stunden vorher da sein. Jetzt ist es eben nur noch eine Stunde. Egal, schaffe ich schon! Schließlich habe ich nur Handgepäck und war so schlau schon einzuchecken.

Nach dem ich meine Anschlusszüge verpasst hatte und ich es wahrscheinlich durch Schwarzfahren zum Flughafen geschafft habe, war alles gut. Die Sicherheitskontrolle zog sich etwas aufgrund des Andrangs und da eine nette Dame eine gewisse Gefahr in meinen Dreads sah und sie betastet und durchwühlte. Jetzt mal im Ernst, welcher Idiot würde etwas in seinen Dreads transportieren? Ich bin froh wenn der Zopf einigermaßen hält.

Pünktlich kam ich am Gate an und merkte dort das erste Mal etwas von dem Priority Boarding was ich voller Panik im Zug gekauft hatte. Meine Sitzreihe war nämlich durch ein Band zu den anderen getrennt. Voll VIP!

Als ich da so saß und mir wie ein kleines Kind das anrollende Flugzeug anschaute, wurde mir bewusst, dass ich das erste Mal alleine fliege. Schlagartig werden meine Knie weich. Weiß der Geier warum.

Das zweite mal merkte ich vom Priority Boarding etwas, als ich eine halbe Minute früher vorne ins Flugzeug einsteigen durfte. Blöd nur, dass ich ganz hinten saß und trotzdem warten musste. Super investierte 2,50 Euro !

Bevor wir dann gestartet sind kam wohl ein Freund von Biene Maja an und machte das Flugzeug sauber. Ich konnte mir den Roboter mit zwei gelben Antennen nicht anders erklären.  Der Start verlief von meiner Seite her gut, auch wenn es sein kann, dass meine Sitznachbarn denken, ich hätte total einen an der Klatsche. Würde ich aber auch denken, wenn da ein erwachsener Mensch vor einem Flugzeugfenster hängt und den Mund offen hat, als hätte die Person einen Rastplatz für Fliegen. Aber Druckausgleich muss eben sein.

Porto bei Nacht

Kaum waren wir oben in den Wolken sah man nichts mehr und ich schlief ein. Irgendwann kam eine Durchsage, wir würden bald landen. Langsam kam ich wieder zu mir und blickte aus dem Fenster. Was ich sah überwältigte mich. In der Dunkelheit der Nacht waren überall die Lichter der Dörfer und Städten zu sehen. Sie sahen aus wie Sterne und es war so wunderschön. Ich fühlte mich, als würde ich durchs Weltall fliegen. Man könnte es wohl auch als moderne Kunst bezeichnen.Als der Landeanflug auf Porto begon und das Flugzeug eine Kurve flog, sah man ganz Portos Lichter, sogar kleine Autos erkannte man. Aus dem Staunen kam ich nicht mehr raus, dazu hörte ich noch irgendeinen Titel von David Garret. Die Lichter wurden immer klarer und es formten sich Straßen und Häuser ab. Der Zauber verflog langsam wieder.

Noch etwas in Trance taumelte ich meiner Cousine in die Arme, die mich zu ihr brachte.

Die Nacht träumte ich, wie ich bei Nacht über Portos erleuchtete Stadt fliege und eintauche in dieses Lichtermeer, mich darauf treiben lasse und auf einem Lichtpunkt Johnny Depp – Ich schweife ab!

An der Stelle würde ich gerne den Post beenden und bin auf eure Flug- und auch Bahnerfahrungen gespannt. Wart ihr auch mal so verzaubert wie ich oder hattet ihr mal einen ganz schrecklichen Flug?
Schau auch mal auf meinem Instagramprofil vorbei. Dort lade ich viele Bilder von meinen Reisen hoch. Insta: LeahHerrfurth

 

5 Gedanken zu „Reisetagebuch: Porto Tag 1

  1. Wow. Der Blick ist unbezahlbar. Bei Nacht, sieht es sehr schön aus. Bin schon gespannt, wie es bei Tag aussieht und was du uns so erzählst 😉
    Aber erst einmal, sehr angekommen und schlafe dich aus. Nur so, kann man die Zeit danach genießen. Ich bin letztes Jahr das erste Mal mit dem Hubschrauber geflogen. Aber in einem großen Flugzeug, saß ich noch nie. Aber ich möchte so gerne ^^.

    Alles liebe

    1. Mit einem Hubschrauber bin ich noch nie geflogen 😀
      Tatsächlich bin ich auch schon wieder zurück und schreibe aus meinen Aufzeichnungen den Post 🙂

  2. Meine Knie werden auch immer etwas weich beim fliegen. Das ist schon etwas aufregendes. Aber gut, dass du dann gleich eingeschlafen bist. Der Blick ist wirklich UNGLAUBLICH!

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