2 Monate Australien – Das erste Lebenszeichen

Da sitze ich nun, frisch geduscht und ausgelaugt von der Woche und mir fällt ein, dass ich doch einen Blog habe, den ich mir extra für Australien erstellt habe und sogar Geld für die Website bezahle. Und was mache ich damit? Genau, nichts! Ich könnte jetzt damit kommen, dass ich so geflasht bin von Australien und einfach zu viel damit beschäftigt bin zu entdecken, neue Erfahrungen zu machen und neue Leute kennen zu lernen. Ja das könnte ich sagen, wäre aber gelogen. Die Realität lässt da ‘leider’ anderes als Grund zu. In Wirklichkeit bin ich nämlich einfach nur von halb 8 bis 16.00 arbeiten, fahre eine Stunde nach Hause, Esse was, quatsche mit meinen Roommates, schau mir ne Serie an und geh schlafen. Wobei, eins muss man mir lassen, ich gehe neuerdings ins Fitnessstudio! Was das mit Reisen und Entdecken zu tun hat weiß ich aber auch nicht, sieht genauso aus wie bei uns, sogar die selben Farben!

Aber was ist passiert? Was ist aus 2 Wochen Sydney erkunden, Autokaufen, Sonnenaufgang am Uluru und chillen an den schönsten Stränden geworden?

Alles fing damit an, dass ich in meiner ersten Woche hier $500 ausgegeben habe, was mein Budget um Maßen übersteigt. Dann habe ich mich nach einem Job umgehört und schon ging es in meiner zweiten Woche ins eisige Canberra: Hardcore Fundraising! 9 Stunden bei Höchsttemperaturen von 9°C draußen stehen und wildfremde Menschen, die alle ‘in a rush’ sind nach Geld fragen. Dazu muss man sagen, war ich einer dieser Menschen, die denken bzw. jetzt dachten, dass es in Australien keinen richtigen Winter gibt und mit einem Pullover, einer langen Hose und einer dünnen Jacke hier ankamen. Meine Meinung über Australiens Winter wurde in dieser Woche rapide geändert. Am Montag darauf, habe ich dann auch sofort gekündigt, die Bezahlung war zu dem auch eher ein Witz, aber ein schlechter. Mein Versuch jemanden zu finden der ins Outback will und zumindest so halbwegs normal ist, hat auch nicht geklappt, Auto kaufen wollte ich zu dem Zeitpunkt dann doch nicht mehr, weil ich etwas falsch kalkuliert hatte und ein 4 WD eben doch mehr kostet als ein Station Wagon. Also entschied ich mich dazu in Sydney zu bleiben und zu arbeiten, Hospitality, also Kellnern und Barkeepern, war da so mein erster Gedanke. Das ganze endete darin, dass ich teilweise in 5 verschiedenen Läden gearbeitet habe, aber eben immer nur ein paar wenige Stündchen die Woche. Die Beschreibung ‘Full-time’ in der Jobanzeige bezog sich da wohl auf die Freizeit und nicht auf die Arbeit an sich. Aber naja, wenigstens konnte ich mich so über Wasser halten und habe im Juli tatsächlich ein +/- 0 am Ende des Monats gehabt. Aufgrund einiger Differenzen mit dem Boss von meinem ersten Hostel, die wahrscheinlich auf seinen Drogenkonsum zurückzuführen sind. Habe ich mich nach über einem Monat mal aufrappeln können dieses Drecksloch zu verlassen, der Fakt, dass mir einmal eine Kakerlake auf mein Toast gefallen ist während ich reinbeißen wollte, ist da noch einer der harmloseren Dinge!

Im Gegensatz zu meinem ersten Hostel, war das zweite ein echter Luxusschuppen. Dort habe ich dann am selben Tag noch eine Deutsche kennengelernt, wir haben etwas gequatscht und es hat sich herausgestellt, dass auf ihrer Arbeitsstelle an dem Tag zwei Leute gegangen sind. Hab dann am Montag direkt dort angefangen und arbeite so seit einem Monat im Warehouse. Das ist der okayste Job meines Lebens! Ich kann nicht von Liebe reden, aber ich habe kein Problem morgens früh dafür aufzustehen, es ist kein harter Job und er bringt gutes Geld. Also ja, der Job ist echt super okay!

Seit 3 Wochen inzwischen schon mache ich auch Couchsurfing. Nicht im klassischem Sinne, denn ich habe ein Bett und einen Raum, den ich mir mit einer Französin teile, aber ich zahle nichts dafür. Leben tue ich bei einem gebürtigen Maori, der es von der Straße geschafft hat sich ein Leben aufzubauen und nun Couchsurfing betreibt. Wir sind immer bis zu 5 Couchsurfer hier aus der ganzen Welt ( d.h. Deiutschland, Frankreich und Argentinien). Einige bleiben nur übers Wochende, andere bleiben 1 Jahr und ich bleibe eben für ein paar Wochen. Ende September soll es dann nämlich wirklich endlich mal losgehen mit meinen richtigen Ausreden dafür, dass ich dieses Blog hier nicht wirklich betreibe: Reisen, Erleben, Entdecken, Erkunden und einfach mal Leben!


7 Gedanken zu „2 Monate Australien – Das erste Lebenszeichen

  1. Hallo Leah, ich bin zum ersten Mal hier, fand dein Lebenszeichen aber sehr amüsant geschrieben, auch wenn einiges für dich sicher nicht sehr amüsant war! Auf richtigen Winter in Australien wäre ich auch nicht vorbereitet gewesen! So weit hat es mich aber auch noch nie gezogen, auch wenn ich sehr gern mit meiner Tochter verreise! Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. Wirklich sehr gut geschrieben. Hätte ich einen Blogeintrag verfasst, hätte der wahrscheinlich ähnlich ausgesehen..
    Die Differenz zwischen der Vorstellung von Australien und der Realität ist teilweise echt groß und die Infos, welche man auf den typischen Work&Travel-Seiten im Internet bekommt, entsprechen oft nur teilweise der Wahrheit.
    Aber alles in Allem kann ich persönlich auch aus einem eher weniger fröhlichen Start in down under nur positives ziehen und bin mittlerweile glücklich diese Erfahrungen gemacht haben zu dürfen.

    Weiter so! Liebe Grüße, Fokko

    1. Ich bin auch froh, die Erfahrungen jetzt gemacht zu haben, so kann ich mein weiteres Abenteuer umso mehr genießen und Wertschätzen. Und lieber eine hoprige Anfahrt als eine Bruchlandung!

  3. Hey, bin auf deinen Artikel in der Facebookgruppe gestoßen und habe ihn sehr genossen. Ich bin gespannt auf weitere Artikel mit hoffentlich vielen Reiseberichten:)
    Ich fahre nächstes Jahr selbst nach Australien und habe Angst, dass mein Geld nicht reicht, könntest du mir verraten in welchem Warehouse du arbeitest?
    Liebe Grüße Kathi

    1. Freut mich, dass dir der Post gefällt. Mein Warehouse schließt leider diesen Monat. Es gibt aber viele Warehouses hier, rede dann einfach mal mit anderen Backpackern oder frag in den Gruppen nach ob jemand was weiß 🙂

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