Leben und Arbeiten im Outback

Wobei es bei einer 60 Stunden Woche mehr Arbeiten als Leben ist und Outback ist das ganze auch nicht mehr, es stehen hier schon ein paar Bäume rum. Der Titel ‘mehr Arbeiten als Leben im nicht wirklichem Outback’ ist da zwar korrekter, aber doch etwas lang.

Aber von vorne. Nach 3 Monaten in Sydney habe ich meine inzwischen eher 14 als 7 Sachen zusammen gepackt und hab mich auf den Weg gemacht. Den Uluru wollte ich sehen. Nach nur 3 Wochen und endlichen Pannen später, bin ich dort auch angekommen. Viel sehen konnte ich dann doch nicht, da der angeblich eines der trockensten Orte der Welt 2 Tage Daueregen ausgesetzt war. Den ganzen Jahresniederschlag haben wir wohl in der Zeit abbekommen. Was solls. No worries, wie man hier so schön zu sagen pflegt. Weiter ging die Reise und nach einer Krokodilbegegnung habe ich es heile aber pleite auch nach Darwin geschafft. Da mein Kontostand aus unerklärlichen Gründen immer weiter sank, musste ich wieder aufstocken. Ich habe mir sagen lassen, dass man in einem Roadhouse recht viel Geld verdienen kann und dank der Lage( mitten im Niergendwo) auch kein Geld ausgegeben werden kann, Das schien nach einem perfekten Ort für mich. Am Sonntag über Google-Maps also einige Roadhouser angerufen. Am selben Tag noch eine Zusage bekommen, am Montag angereist und am Dienstag das Arbeiten angefangen. So kommt es, dass ich nun schon seit 2 Monaten in Emerald Springs lebe. Population: 4 + Steven der Pfau. Zwischendurch lag die Population auch mal bei zwei. Das waren dann mein Boss Dallas und meine Wenigkeit. Etwas gruselig war das schon, zu mal Dallas sehr oft von der Idee erzählt alles abbrennen zu lassen und öfter mit einer Sense mich und die Gäste bedroht. Inzwischen habe ich ihn als harmlos eingestuft.

Aber was mache ich hier? Mein Job besteht hauptsächlich darin sauber zu machen und nebenbei einige Gäste zu bedienen. Ursprünglich war die Jobverteilung anders herum gedacht, da aber jeder normal denkende Mensch sich während der Regenzeit aus dem Norden verzieht, halten nur noch wenige Leute an. Meist Trucker, Einheimische oder Farmer im Umkreis. So kommt es auch dass ich auf die Bitte ‘Great Northern Stubby and ai steak sanger, thanks mate’ nur noch nüchtern ‘That’s $19.50, please’ antworte. Auch habe ich inzwischen die Hälfte der Darsteller aus ‘Outback Truckers’ kennengelernt. Sprech die anderen Trucker aber ja nicht auf diese Serie an, wenn du nicht sofort in der Luft zerfleischt werden willst. Die Allgemeinheit ist nämlich nicht gut gestimmt auf die Serie. Alles geskrippted sagen sie, so dumm ist niemand! Mein Bruder guckt die Serie trotzdem gerne, was ich aber in Zukunft für mich behalte…

Wenn ich mal einen Tag in der Woche frei habe, geht es gerne mal ins übernächste Dorf zum Einkaufen. Sind ja nur 120km, eine Strecke! Da mir das auf Dauer zu blöd wurde, war ich nun seit 4 Wochen nicht mehr einkaufen und genieße den Tag lieber auf der faulen Haut oder suche mir ein Wasserloch zum abkühlen. Wobei das auch immer mit Aufwand verbunden ist, denn leider, wie der Name Emereld Springs vermuten würde, befinden sich hier keine Springs, beziehungsweise keine Krokodilfreien. Einer weiteren Begegnung kann ich dankend entgehen.

Und da es mir hier noch nicht einsam genug ist, habe ich vor nächste Woche zur Ostküste aufzubrechen, alleine, ganz alleine. 2.500km lang nur ich, mein Auto und die Straße. Ich suche noch immer nach Ausreden es nicht zu machen, aber wie heißt es so schön? ‘Life begins at the end of your comfortzone’, naja so lange das nicht heißt 5 Tage lang auf meinem Autodach umringt von Krokodilen zu sein, so wie es 2 Leuten erst in der Gegend hier passiert ist, bin ich gerne auf das Leben gespannt.

 

Ich werde berichten! Oder auch nicht, bedenke man, mein letzter Beitrag ist auch schon wieder 4 Monate her. Hoch lebe die Regelmäßigkeit!

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